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Nach der weit reichenden Zerstörung am Ende des 2. Weltkrieges gilt die Stadt Magdeburg in den 1960er Jahren als »Stadt des Schwermaschinenbaus« und als wichtiger Verkehrsknotenpunkt Mitteldeutschlands. Relativ nah an der am 13. August 1961 geschlossenen Grenze zu Westdeutschland gelegen, soll sie als »Schaufenster zum Westen« von sozialistischem Aufbau, von verbesserten Lebensverhältnissen und einer neuen Kultur künden.
Unser Verein
betreut im Auftrag
der Magdeburger Verkehrsbetriebe
die historische Fahrzeugsammlung
im Museumsdepot Sudenburg
Der Wiederaufbau der Stadt ist in vollem Gange. Den sich verändernden Verkehrsströmen tragen die Magdeburger Verkehrsbetriebe mit Anpassungen im Liniennetz Rechnung. Besonders die im Südosten der Stadt entlang der Elbe Richtung Schönebeck gelegenen Schwermaschinenbaubetriebe erfordern eine leistungsstärkere Straßenbahnanbindung.
Die Straßenbahnlinie 12 fährt auf einer Länge von 11,8 km vom Olvenstedter Platz über Hauptbahnhof und Buckau weiter über Salbke nach Westerhüsen. Die Linie 2 verbindet das Industriegelände in der Alten Neustadt auf einer 8 km langen Strecke durch die Innenstadt mit Buckau. Beide Linien werden im Berufsverkehr bis an die Grenze der Belastbarkeit von den Fahrgästen in Anspruch genommen.
Der 5. Januar 1965 ist der Geburtstag der Linie 22, die nun zu den Hauptverkehrszeiten zwischen Buckau und Hauptbahnhof fährt und die 2 verstärkt.
Ab 11. Oktober 1966 verkehrt die Vorortbahnlinie 14 nur noch verkürzt mit Pendelwagen zwischen Schönebeck und Westerhüsen (Am 29. Juni 1969 wird diese Strecke eingestellt). Als Ersatz für die entfallenden Fahrten in die Innenstadt wird die Linie 22 in zwei Schritten verlängert: Am 31. Oktober 1966 vom Hauptbahnhof bis Olvenstedter Platz und am 19. Februar 1967 in südlicher Richtung bis zur neuen Wendeschleife am Salbker Platz.
Während auf der Linie 2 bereits die neuen Gotha-Wagen als Drei-Wagen-Züge eingesetzt werden, prägen das Bild der Linie 22 Altbaufahrzeuge.
Nach dem Umbau des Betriebshofes Südost kommen ab 1970 endlich die neuen Tatra-Wagen auf der 12 und der 22 zum Einsatz und stabilisieren den Berufsverkehr spürbar.
Am 4. Januar 1982 wird die Linie 22 als HVZ-Linie eingestellt. Statt ihrer fährt nun die Linie 7 vom Salbker Platz durch Fermersleben und Buckau über Hasselbachplatz und Karl-Marx-Straße (heute Breiter Weg) in das Wohngebiet Neustädter See, um den dort wohnenden Magdeburgern eine umsteigefreie Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstelle zu ermöglichen.
Die 22 ist längst Geschichte, auf ihrer Strecke fahren heute die Linien 3 und 2. Der Pulsschlag der Stadt, der einst von den Maschinenbaubetrieben in Buckau, Fermersleben und Salbke mitbestimmt wurde, lässt sich heute bei der Fahrt entlang verfallender Produktionsgebäude kaum noch erahnen.
Ralf Kozica
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